tuning leicht gemacht


Man vergleiche den/die typischen Bobbycar Rennhaudegen mit einem drei- bis vierjährigen Kind. Auf dem ersten Blick fällt eine in etwa ähnliche psychische Reife und die nervende um die Gesundheit besorgte Mami auf. Eine Warnung etwas sei gefährlich klingt für beide eher nach einer Herausforderung denn sonstwas. Gibts nichts Süßes bzw. kein Bier? Auf den Boden legen, schreien und weinen, gleiche Strategie. Aber da war doch noch was... Ca. 60kg, ein guter Meter, brüchige Knochen, fortschreitende Verkalkung und eine verdammt lahme Reaktion zum Beispiel. Um dem Herr zu werden und den kleinen Rotznasen auf ihren Kisten doch noch zu zeigen wo der Bartl den Most holt, sind also einige Tricks nötig. Diese seien im Folgenden kurz erläutert.

Grundsätzlich gibt es viele Kniffe mit mehr oder weniger großen Auswirkungen, verschiedene Konstruktionen, Philosophien usw. Wir stellen nur ein paar Punkte zusammen, die uns bis jetzt wichtig erscheinen. Die Reihenfolge entspricht sogar ungefähr der Wichtigkeit der Maßnahmen - unserer Meinung nach.

1) Einfach eine Wildsau sein. Abschürfungen heilen, Knochen wachsen wieder zusammen. Aber niemand kann einem mehr das Gefühl nehmen Erster zu werden, bei irgendeinem unbedeutenden Rennen in irgendeinem Dorf. Darauf werden Legenden gebaut.

2) Reifen: Wenn ihr öfter fahren wollt, nehmt Kugelgelagerte Luftreifen. Mit den Orginalräder kommt man nicht um die Kurve, außerdem schmilzt der Kunststoff rund um die Achse. Die Flüsterräder halten meist nur eine Abfahrt, die aber nicht einmal schlecht. Dann gibt es noch große kugelgelagerte Rollen von Scootern o.ä. Sind schnell, halten aber in der Kurve zu wenig. Was übrigbleibt sind Luftreifen in verschiedenen Dimensionen. Hauptsächlich werden Räder von Rollstühlen verwendet, die manchmal auch bei diversen Sportgeräten zu finden sind. Hat man den Reifen einmal gefunden kann man noch weiter beim optimalen Luftdruck tunen.

3) Lenkung: Damit die Füße für die optimale aerodynamische Fahrposition Platz haben muss das Lenkrad höher gesetzt werden. Baut man eine komplett neue Lenkung (meist i.V.m. Punkt 4) gleich auf eine möglichst solide Konstruktion achten. Bei Spitzengeschwindigkeiten von (noch) 80km/h sollte man sich Richtungswechsel doch verlässlich aussuchen können.

4) Chassis: Am besten gleich eine neue Bodenplatte und die maximalen Abmessungen so gut wie es geht ausnützen. Bodenfreiheit sollte noch etwas übrig bleiben, man sitzt viel öfter auf, als man denken möge. Ob Holz oder Stahl sei jedem das Seine. Bei Ersterem halt nicht das erstbeste Fichtenbrettl nehmen, sondern vielleicht in ein etwas härteres Holz investieren, Sperrholz bevorzugt.

5) Feintuning: Das Hauptproblem beim Fahrwerk liegt in der ungünstigen Achslastverteilung. Man sitzt mit dem Hintern fast über der Hinterachse, die Vorderachse bekommt fast keinen Druck ab. Große Ingenieursleistungen sind also vor allem zur Lösung dieses Problems nötig. Nach- und Schräglaufwinkel, Sturz, Position und Konstruktion der Vorderachse, da werden unserer Meinung noch die Hundertstel herausgekitzelt. Als Grundlektüre empfiehlt sich der Wikipediaartikel zur Fahrwerkstechnik, weiterführend gibt es Vorlesungen an der TU ihres Vertrauens. Bei diesem Thema kann man ewig diskutieren, planen und herumkopfen, macht echt Spaß. Wer es nur auf die Bestzeit anlegt, sollte sich vor allem Punkt 2 und 4 halbwegs überlegen und eine schöne Linie fahren (Die man trainiert, während andere noch über die Vor- und Nachteile eines adaptiven Sturzs debattieren). Wer es einfach nur professionell angehen will, schnappt sich einen ehemaligen F1 Fahrer (die gibts alle paar Jahre fast nachgeworfen) zum Testen, ein paar Entwickler und Produktionskapazitäten bei Magna (zur Zeit genug vorhanden) und noch Boxenluder dazu, dann müsste alles von alleine gehen.

6) Körpertuning: Dieser Punkt verbessert nicht die Streckenbest- sondern die im Ernstfall fällige Genesungszeit. Helm unbedingt, Rückenprotektor als Lebensversicherung, weitere Protektoren um lästige Abschürfungen zu minimieren und Brüche zu verhindern. Eine Ledercombo vom Motorrad stellt so ziemlich das Optimum dar. Eine gute Ausrüstung zahlt sich wirklich aus, nach einem Sturz steht man einfach auf und es geht gleich weiter...

Kein Anspruch auf Vollständigkeit, ohne Gewehr oder anderen Schusswaffen, über die Risiken und Nebenwirkungen freut sich Ihr Arzt und Apotheker, die verdienen dran...